Kirch­li­ches
Datenschutzrecht

Kirch­li­ches Daten­schutz­recht: KDG und DSG-EKD im Ver­gleich zur DSGVO

Das Kirch­li­che Daten­schutz­ge­setz (KDG)und das Kir­chen­ge­setz über den Daten­schutz der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (DSG-EKD) regeln den Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten inner­halb der katho­li­schen und evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land.
Die Geset­ze sind spe­zi­ell auf die Bedürf­nis­se und Struk­tu­ren kirch­li­cher Ein­rich­tun­gen zuge­schnit­ten. Im Ver­gleich zur Daten­schutz-Grund­ver­ord­nung (DSGVO) gel­ten das KDG und das DSG-EKD nur für kirch­li­che Insti­tu­tio­nen, wäh­rend die DSGVO all­ge­mei­ne Vor­schrif­ten für alle Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen in der EU festlegt.

War­um gilt die DSGVO nicht unmit­tel­bar für Kirchen?

Nach Arti­kel 91 DSGVO dür­fen Kir­chen und reli­giö­se Gemein­schaf­ten ihre eige­nen Daten­schutz­re­ge­lun­gen anwen­den, sofern die­se im Wesent­li­chen den Vor­ga­ben der DSGVO ent­spre­chen. Die­se Rege­lung erkennt die his­to­ri­sche Selbst­be­stim­mung der Kir­chen an, die auch durch das Grund­ge­setz (Arti­kel 140 GG i​.​V​.​m. Arti­kel 137 Absatz 3 der Wei­ma­rer Reichs­ver­fas­sung) gestützt wird. Die­se Ver­fas­sungs­re­ge­lung erlaubt es den Kir­chen, ihre inter­nen Ange­le­gen­hei­ten, ein­schließ­lich des Daten­schut­zes, eigen­stän­dig zu regeln.

Kern­punk­te des Kirch­li­chen Datenschutzrechts

  • Anwen­dungs­be­reich: Das kirch­li­che Daten­schutz­recht gilt für alle kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen und Orga­ni­sa­tio­nen der katho­li­schen und evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land und ori­en­tiert sich in vie­len Aspek­ten an der DSGVO, berück­sich­tigt aber die beson­de­ren Bedürf­nis­se und Anfor­de­run­gen der kirch­li­chen Verwaltung.
  • Auf­trags­ver­ar­bei­tung: Wie in der DSGVO erfor­dert auch kirch­li­che Daten­schutz­recht einen Ver­trag zur Auf­trags­ver­ar­bei­tung. Die­ser muss jedoch zusätz­lich den kirch­li­chen Daten­schutz­vor­ga­ben ent­spre­chen, die durch kirch­li­che Daten­schutz­be­auf­trag­te über­wacht wer­den. Ein sorg­fäl­tig aus­ge­ar­bei­te­ter Auf­trags­ver­ar­bei­tungs­ver­trag ist daher ent­schei­dend, um die Ein­hal­tung der daten­schutz­recht­li­chen Vor­schrif­ten sicherzustellen.
  • Rech­te der Betrof­fe­nen: Das Kir­chen­recht garan­tiert den betrof­fe­nen Per­so­nen ähn­li­che Rech­te wie die DSGVO, ein­schließ­lich des Rechts auf Aus­kunft, Berich­ti­gung und Löschung ihrer Daten. Die kirch­li­che Rege­lung legt jedoch beson­de­ren Wert dar­auf, die­se Rech­te im Ein­klang mit den kirch­li­chen Wer­ten und Vor­ga­ben umzusetzen.
  • Auf­sichts­be­hör­den: Im Gegen­satz zur staat­li­chen Auf­sicht unter der DSGVO erfolgt die Über­wa­chung durch spe­zi­el­le kirch­li­che Daten­schutz­stel­len, die sicher­stel­len, dass die kirch­li­chen Rege­lun­gen ein­ge­hal­ten wer­den. Die­se kirch­li­chen Daten­schutz­auf­sichts­be­hör­den fun­gie­ren unab­hän­gig und stel­len die Durch­set­zung des Daten­schut­zes inner­halb der kirch­li­chen Struk­tu­ren sicher.
  • Buß­gel­der und Sank­tio­nen: Wäh­rend die DSGVO mit hohen Geld­stra­fen droht, sind die Sank­tio­nen im kirch­li­chen Daten­schutz­recht oft spe­zi­fisch auf kirch­li­che Gege­ben­hei­ten und die inner­kirch­li­che Dis­zi­plin aus­ge­legt. Sank­tio­nen sol­len in ers­ter Linie dazu die­nen, Ver­stö­ße zu behe­ben und die Ein­hal­tung der Vor­schrif­ten zu fördern.

Prak­ti­sche Umset­zung in kirch­li­chen Einrichtungen

Kirch­li­che Ein­rich­tun­gen soll­ten ihre Daten­schutz­prak­ti­ken regel­mä­ßig über­prü­fen, um sicher­zu­stel­len, dass sie den Anfor­de­run­gen des kirch­li­chen Daten­schutz­rechts ent­spre­chen. Dies schließt die Schu­lung der Mit­ar­bei­ter, die Ein­füh­rung geeig­ne­ter tech­ni­scher und orga­ni­sa­to­ri­scher Maß­nah­men sowie die Doku­men­ta­ti­on der Daten­schutz­pro­zes­se ein. Die enge Zusam­men­ar­beit mit kirch­li­chen Daten­schutz­be­auf­trag­ten ist dabei uner­läss­lich, um eine kor­rek­te Umset­zung der Vor­schrif­ten zu gewährleisten.

Sowohl das Kir­chen­recht als auch die DSGVO haben das Ziel, den Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten zu gewähr­leis­ten. Für kirch­li­che Ein­rich­tun­gen ist es jedoch uner­läss­lich, die spe­zi­fi­schen Vor­ga­ben des kirch­li­chen Daten­schutz­rechts zu beach­ten und in ihre Daten­schutz­pra­xis zu integrieren.

Ein rechts­kon­for­mer Auf­trags­ver­ar­bei­tungs­ver­trag, der den spe­zi­el­len Anfor­de­run­gen ent­spricht, ist daher unver­zicht­bar für ein effek­ti­ves Daten­schutz­ma­nage­ment inner­halb der Kir­che. Durch die Beach­tung der kirch­li­chen Vor­schrif­ten und die Zusam­men­ar­beit mit den kirch­li­chen Daten­schutz­auf­sichts­be­hör­den kön­nen Ein­rich­tun­gen sicher­stel­len, dass sie ihre Ver­ant­wor­tung zum Schutz per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten ernst neh­men und umsetzen.

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Syn­op­se

Begriff Fund­stel­le DSGVO Fund­stel­le KDG Fund­stel­le EKD-DSG
Ver­ar­bei­tung Art. 4 Abs. 2 DSGVO § 4 Nr. 2 KDG § 4 Nr. 2 EKD-DSG
Ein­wil­li­gung Art. 4 Abs. 11, Art. 7 DSGVO § 6, § 8 KDG § 6, § 7 EKD-DSG
Ver­ant­wort­li­cher Art. 4 Abs. 7 DSGVO § 4 Nr. 9 KDG § 4 Nr. 9 EKD-DSG
Auf­trags­ver­ar­bei­tung Art. 4 Abs. 8, Art. 28 DSGVO § 29, § 30 KDG § 30, § 31 EKD-DSG
Auf­trags­ver­ar­bei­tungs­ver­trag Art. 28 DSGVO § 30 KDG § 31 EKD-DSG
Ver­zeich­nis der Verarbeitungstätigkeiten Art. 30 DSGVO § 31 KDG § 32 EKD-DSG
Daten­schutz-Fol­gen­ab­schät­zung Art. 35 DSGVO § 34 KDG § 34 EKD-DSG
Daten­schutz­be­auf­trag­ter Art. 37–39 DSGVO § 36, § 38 KDG § 36, § 38 EKD-DSG
Betrof­fe­nen­rech­te Art. 12–23 DSGVO § 17–27 KDG § 17–28 EKD-DSG
Recht auf Löschung Art. 17 DSGVO § 23 KDG § 22 EKD-DSG
Recht auf Auskunft Art. 15 DSGVO § 17 KDG § 18 EKD-DSG
Tech­ni­sche und orga­ni­sa­to­ri­sche Maß­nah­men (TOM) Art. 32 DSGVO § 26 KDG § 26 EKD-DSG
Zweck­bin­dung Art. 5 Abs. 1 Buchst. b DSGVO § 6 Abs. 1 KDG § 5 Abs. 1 EKD-DSG
Daten­si­cher­heit Art. 32 DSGVO § 26 KDG § 26 EKD-DSG
Mel­de­pflicht bei Verstößen Art. 33, Art. 34 DSGVO § 39 KDG § 39 EKD-DSG
Buß­gel­der Art. 83 DSGVO § 48 KDG § 46 EKD-DSG
Auf­sichts­be­hör­den Art. 51–59 DSGVO § 42, § 43 KDG § 41, § 42 EKD-DSG