Antwort auf Fragen zur Kurzarbeit bei verschiedenen Personengruppen (Auszubildende, Führungskräfte usw.)

Kann ich für Mini-Jobber auch Kurzarbeitergeld beantragen?

Nein. Ggf. verzichtet der Beschäftigte aber freiwillig auf die vollständige Bezahlung oder der Arbeitgeber muss prüfen, ob er das Beschäftigungsverhältnis fortführen kann bzw. will. Ggf. ist das Arbeitsverhältnis durch betriebsbedingte Kündigung zu beenden.

Gibt es auch Kurzarbeitergeld für Beschäftigte mit hohem Einkommen?

Grundsätzlich ja. Wenn das (fiktive) Kurzarbeitergeld – also 60% des Nettoentgelte bzw. 67% wenn mindestens ein Kind im Haushalt lebt) aber über der Beitragsbemessungsgrenze liegt, erfolgt keine Erstattung. Die maßgebliche Beitragsbemessungsgrenze liegt aktuell bei 4.687,50 EUR monatlich (56.259 EUR jährlich) brutto.

Ggf. ist mit den Beschäftigten ein entsprechender Verzicht zu vereinbaren, damit nicht die weiteren Beschäftigten nur Kurzarbeitergeld erhalten und die Beschäftigten mit hohem Einkommen unverändert verdienen. Ein solcher Verzicht wäre aber freiwillig.

Alternativ ist wieder die Beendigungskündigung aus betriebsbedingten Gründen möglich.

Was ist mit Auszubildenden während der Kurzarbeit?

Auch Auszubildende haben grundsätzlich einen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind . Der Ausbildungsbetrieb muss zuvor alle Mittel ausschöpfen, damit die Ausbildung weiter gewährleistet ist. Dazu können gehören, das Lerninhalte vorgezogen werden oder der Auszubildende in eine andere Abteilung versetzt wird usw.

Auszubildende haben nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG (bzw. nach dem Ausbildungsvertrag oder Tarifvertrag) Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für 6 Wochen bzw. 30 Arbeitstage, wenn sie sich für die Berufsausbildung bereithalten, diese aber ausfällt. D.h. der Auszubildende bekommt für die ersten 6 Wochen bzw. 30 Tage der Kurzarbeit das volle Ausbildungsentgelt.

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